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zurück  Holzrahmenbau / Holztafelbau

Holzrahmen- und Holztafelbauten bestehen aus einem Traggerippe möglichst gleicher Hölzer, die durch Holzwerkstoffplatten flächig beplankt sind.
Diese Decken-, Dach- und Wandtafeln sind in allen Richtungen belastbar und wirken gleichzeitig aussteifend.
Die Hohlräume in den Wandelementen zwischen den Hölzern werden durch Dämmstoffe verfüllt, so dass tragende Konstruktion und Dämmung in einer Ebene liegen. Dadurch entsteht ein multifunktionales Bauteil, das sowohl statische als auch bauphysikalische Funktionen übernimmt.
Vergleicht man die modernen Konstruktionen des Holzrahmenbaus mit denen des Holztafelbaus, so stellt man fest, dass sich die beiden Bauweisen kaum unterscheiden, allenfalls im Grad der Vorfertigung.
Beide Bauweisen können für beliebige Grundrisse eingesetzt werden, da die durch die Beplankungsdimensionen vorgegebenen Konstruktionsraster unabhängig vom Gebäuderaster gehandhabt werden können. Die Planung und Gestaltung unterliegt daher keiner Einschränkung. Die Bausysteme können sowohl für Einfamilienhäuser als auch für groß angelegte, mehrgeschossige Wohnkomplexe genutzt werden. Durch die lange Anwendungsdauer kann auf einen umfangreichen Erfahrungsschatz zurückgegriffen werden.
Ständer und Beplankung bilden zusammen ein System, welches ein Mehrfaches der Tragfähigkeit gegenüber den Einzeltragfähigkeiten besitzt. Die Beplankung verhindert das seitliche Ausknicken oder Kippen der Ständer. Durch die Rippen wiederum wird die Beplankungen gegen Beulen gesichert. Der Einfachheit halber und auf der sicheren Seite liegend werden die Tafeln meist nicht als Verbundquerschnitt gerechnet, obwohl darin ein gewisses Optimierungspotential steckt.
Bei Wandtafeln wird die Beplankung hauptsächlich für die Knickaussteifung der Rippen um die schwache Achse und für die Streben-Zugkraft bei horizontaler Beanspruchung in Rechnung gestellt. Ein Stabilitätsnachweis für die Lastkombination aus Vertikal- und Horizontallast wird nur unter Berücksichtigung des Rippenquerschnitts geführt.
Bei Decken- und Dachtafeln wird eine Überlagerung der Platten- und Scheibenbeanspruchung rechnerisch nicht durchgeführt. Zur Gewährleistung des Rechenmodells wird allerdings die Verformung aus Plattenwirkung härter beschränkt, wenn für die Tafel gleichzeitig eine Scheibenwirkung im Gesamttragwerk nötig ist.
Das Rastermaß für die senkrechten Rippen ergibt sich werkstoffseitig aus den Standardabmessungen der Holzwerkstoffplatten. DIN 1052 beschränkt den Rippenabstand in Abhängigkeit von der Dicke der Beplankung auf die maximal 50-fache Beplankungsdicke, um unzuträgliche Formänderungen infolge Klimaeinwirkungen zu vermeiden. Das gängige Rastermaß liegt bei 62,5 cm.
Die aus vorkonfektionierten Holzbauteilen ausgeführten Wandelemente eignen sich ebenso gut zur Baustellenfertigung wie auch zur Vorfertigung kompletter Bauelemente. Eine reine Baustellenfertigung, wie sie in Skandinavien und Nordamerika üblich ist, stellt aus wirtschaftlichen und qualitativen Gründen eher die Ausnahme dar. Die Herstellung im Werk bringt den Vorteil der witterungsunabhängigen Fertigung mit sich. Gleichzeitig verkürzt sich dadurch die Bauzeit, weil die vorgefertigten Wände, Decken und die Dachkonstruktion innerhalb kurzer Zeit montiert werden können.