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zurück  Mauerwerksbau

Mauerwerk war schon im Altertum eine allgemein anerkannte und bewährte Bauweise, die über Jahrtausende hinweg das Umfeld der Menschen prägte. Wie in der Antike war auch im Mittelalter die Mauerwerksbaukunst hoch entwickelt. Bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde Mauerwerk nach Handwerksregeln, Brauchtum und persönlicher Erfahrung ausgeführt. Entsprechend groß waren die Unterschiede in den vorhandenen Sicherheiten der einzelnen Bauteile. Der Mauerwerksbau wurde aber durch vergleichsweise höheren Aufwand auf der Baustelle und durch wirklichkeitsfremde Berechnungsmethoden und unzeitgemäße Vorschriften von anderen Baustoffen und Bauweisen allmählich verdrängt. Erst durch neue rationelle Bauverfahren in Verbindung mit erheblicher Zeit- und Materialersparnis unter Verwendung hochfester Wandbausteine und großformatiger Wandelemente, aber auch durch genauere Berechnungsverfahren und moderne Vorschriften ist es gelungen, die Anwendungsbereiche auszuweiten und die Position des Mauerwerksbaues im Baugeschehen unseres Landes und Europas zu festigen. Mauerwerkswände bestehen aus zwei verschiedenen Baustoffen – aus Steinen und Mörtel. Die im Werk hergestellten Steine werden auf der Maustelle mit Mörtel vermauert. Sowohl die Steine als auch der Mörtel können in ihren Baustoffeigenschaften sehr unterschiedlich sein. Tragende Mauerwerkswände werden im wesentlichen durch lotrechte Lasten infolge Eigengewicht und Verkehr auf den Geschoßdecken, aber auch durch waagerechte Lasten infolge Wind und Erddruck beansprucht. Die Wände werden in Innenwände und Außenwände eingeteilt. Bei Innenwänden steht die Lastabtragung im Vordergrund. Es wird in der Regel ein einschaliger Wandaufbau ausgeführt. Eine Ausnahme bilden Haustrennwände, die als zweischalige Wände bei Reihenhäusern einzelne Gebäude trennen. Bei Außenwänden sind häufig die bauphysikalischen Aufgaben maßgebend. Das Anforderungsprofil bei Außenwänden ist umfangreicher, weil zusätzlich zur Lastabtragung, zum Schall- und Brandschutz noch der Witterungs- und Wärmeschutz hinzukommen. Aus diesen Gründen werden für Außenwände häufig mehrschalige Wandaufbauten ausgeführt. Die lastabtragenden Aufgaben der Wände werden in der DIN 1053 geregelt. In dieser Vorschrift werden tragende und nichttragende Wände unterschieden. Bezüglich der Lastabtragung können die tragenden Wände eingeteilt werden:

  • Tragende Innenwände

  • Einschalige Außenwände und zweischalige Haustrennwände

  • Tragschale bei zweischaligen Außenwänden

  • Aussteifende Wände

  • Kelleraußenwände


  • Unter einer aussteifenden Wand wird eine zur Gebäudeaussteifung oder zur Halterung einer tragenden Wand herangezogene Wand verstanden. In der Regel steifen sich die tragenden Wände gegenseitig aus und stellen so die räumliche Steifigkeit des Gebäudes her.