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zurück  Ökologie im Holzbau

Seit über 200 Jahren gilt für die Forstwirtschaft in Deutschland das Nachhaltigkeitsprinzip:
Es darf nicht mehr Holz eingeschlagen werden als nachwächst.
In Wirklichkeit gehen wir noch vorsichtiger mit den Ressourcen um.
40 Millionen Kubikmeter Holz werden jährlich entnommen, 60 Millionen wachsen nach. Unser Holzvorrat wächst. Wir können mehr nutzen und die Wälder verjüngen.
Die Waldfläche in Deutschland beträgt gegenwärtig rund 11 Millionen Hektar. Das sind etwa 30% der Gesamtfläche. Die Waldfläche und damit das Bewaldungsprozent sind in den letzten Jahrzehnten durch Aufforstungen kontinuierlich gestiegen. Der Anteil der Laubholzbestände liegt bei rund 35%. Auch hier geht der Trend nach oben. Unsere Wälder werden mehr wert.
Die Wälder der Erde sind nach den Ozeanen die größten Speicher für das CO2. Es ist unerlässlich für den Aufbau des Holzes und der übrigen pflanzlichen Biomasse und wird der Atmosphäre entnommen.
Für die Holzproduktion braucht der Baum nichts als CO2 aus der Luft, Wasser und Mineralien aus dem Boden und die kostenlose Energieeinspeisung von der Sonne. Die Emissionen dieser umweltverträglichen Rohstoffproduktion sind Sauerstoff und wieder Wasser.
Umweltfreundlich geht es weiter. Der Transport und die Bearbeitung erfordern vergleichsweise geringen Energieeinsatz. Holz ist leicht, dabei fest und vor allem einfach zu bearbeiten. Der kurze Weg vom Sägewerk zum Zimmerer und von dort zum Bauplatz spricht für heimisches Holz.
Ökobilanzen erheben und bewerten die Umweltwirkungen von Produkten entlang ihres gesamten Lebensweges: von der Rohstoffgewinnung über die Produktion, die Nutzung und ggf. die Wiederverwendung bis zur Entsorgung bzw. Rückführung in den Naturkreislauf.
Begriff und Methodik der Ökobilanz sind in ISO/EN/DIN 14.040 - 14.043 festgelegt. Damit verfügen wir über verbindlich geregelte Grundlagen für wirtschaftliche und politische, aber auch private Entscheidungen im Sinne zukunftsfähigen Handelns: unsere heutigen Bedürfnisse so zu erfüllen, dass die Bedürfnisbefriedigung der kommenden Generation nicht gefährdet wird (Brundtland-Kommission 1987).
Ökobilanzen liefern auch die Belege für die Aufstellung von Ökoprofilen, d.h. für den Katalog positiver bzw. negativer ökologischer Qualitäten:

Produkte aus Holz haben ein sehr gutes ökologisches Profil mit
  • erneuerbarer Rohstoffbasis

  • CO2-Bindung im Wald und in den Holzprodukten

  • hoher Rohstoffausnutzung

  • geringem Energieeinsatz

  • geringen Emissionen

  • langer Gebrauchsdauer

  • stofflicher Wiederverwendung

  • CO2-neutraler energetischer Wiederverwendung

    In den Ökobilanzen des Bereichs Forst & Holz finden sich die positiven Umweltwirkungen wieder. Die Darstellung des komplexen Gesamtzusammenhangs ist dabei aus Gründen der unvollständigen Datenbasis bisher noch schwierig. Einzelne Produkte, Prozesse und Betriebe (Produktionsstandorte) können jedoch mittlerweile in aussagefähigen Öko-Bilanzen beschrieben werden.